Warum es wichtig ist, im Leben Prioritäten zu setzen

Es gibt Projekte, die entstehen aus einer Idee. Andere aus einer bestimmten Lebensphase. Manche entwickeln sich weiter, andere erfüllen irgendwann ihren Zweck. Und wieder andere zeigen erst nach kurzer Zeit, dass sie zwar interessant waren, aber nicht mehr zu dem passen, was heute wichtig ist.

Das Problem beginnt nicht damit, dass wir zu viele Ideen haben. Es beginnt dort, wo aus jeder Idee eine Verpflichtung wird.

Eine Eins steht für klare Prioritäten setzen und den Fokus auf das Wichtigste

Wer zu vieles gleichzeitig weiterführt, verteilt Zeit und Energie. Prioritäten helfen zu entscheiden, was bleiben darf – und was beendet werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Warum es wichtig ist, im Leben Prioritäten zu setzen

Etwas wurde begonnen, also muss es weitergeführt werden. Eine Website existiert, also braucht sie regelmäßig neue Beiträge. Ein Format wurde gestartet, also sollte die nächste Ausgabe erscheinen. Irgendwann entsteht aus vielen einzelnen Projekten ein Geflecht aus Aufgaben, das Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht, ohne dass wir noch bewusst entscheiden, ob wir diese Dinge überhaupt wollen.

Prioritäten setzen bedeutet deshalb nicht nur, festzulegen, was wichtig ist.

Es bedeutet ebenso, zu entscheiden, was nicht mehr wichtig genug ist.

Nicht jedes gute Projekt muss ewig weiterlaufen

Vor einigen Jahren entstand mit tages-impuls.de eine Website mit kurzen Gedanken für die tägliche Reflexion, für Perspektivwechsel und persönliche Entwicklung.

Das Projekt entwickelte sich weiter. Aus den Impulsen entstanden schließlich drei Bücher mit jeweils 111 Texten. Irgendwann war für mich jedoch der Punkt erreicht, an dem nichts mehr hinzukommen musste.

Die Website steht seit mehreren Jahren unverändert. Und das ist völlig in Ordnung. Ein Projekt muss nicht ständig wachsen, damit es einen Wert hat. Es kann einen Anfang, eine Entwicklung und irgendwann auch einen Abschluss haben.

Die Bücher bleiben. Die Gedanken bleiben. Das Projekt hat etwas hervorgebracht.

Mehr muss es nicht leisten.

Manchmal reicht eine Woche für eine Entscheidung

Vor Kurzem habe ich einen Podcast gestartet. Die Idee war einfach: ausgewählte Blogbeiträge als Audiofassung veröffentlichen. Technisch war das schnell umgesetzt. Die ersten Episoden waren online. Und ebenso schnell wurde mir klar, dass mich das Format nicht überzeugt.

Blogbeiträge vorzulesen, nur damit aus einem Text zusätzlich eine Audiodatei wird, ist für mich kein ausreichender Grund, einen Podcast zu betreiben. Hinzu kommt etwas, das bei vielen digitalen Projekten leicht übersehen wird: Sie erzeugen dauerhafte Verpflichtungen.

Podcast-Hosting, Plattformen, Pflege, Veröffentlichungen. Selbst wenn nichts Neues mehr erscheint, entstehen häufig weiterhin Kosten oder organisatorischer Aufwand, nur damit das bereits Produzierte verfügbar bleibt.

Warum also an etwas festhalten, nur weil man es vor wenigen Tagen begonnen hat?

Eine Entscheidung wird nicht besser, wenn man sie hinauszögert.

Und ein Projekt wird nicht wichtiger, nur weil bereits Arbeit darin steckt.

Prioritäten brauchen eine Richtung

Neben meiner Arbeit auf ulrichkern.de gibt es weiterhin andere Projekte.

Auf ulrichkern.blog schreibe ich unabhängig von meiner Beratungsseite über Gedanken und Themen, die dort ihren eigenen Raum haben.

Mit erfolgmitstrategie.de existiert ein eigenständiges Angebot für Führungskräfte, die den Schritt ins Unternehmertum vorbereiten und diesen nicht mit Gründungsromantik, sondern mit wirtschaftlicher Substanz angehen wollen.

Auch meine Bücher bleiben Teil meiner Arbeit und meiner Geschichte.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wie kann ich all diese Dinge gleichzeitig weiterentwickeln?

Sondern:

Welche davon verdienen heute meine Aufmerksamkeit?

Für mich ist die Antwort inzwischen ziemlich eindeutig. Ich möchte meine Energie stärker auf die Arbeit mit Unternehmern konzentrieren.

Auf Situationen, in denen Entscheidungen anstehen. Auf Fragen, die sich nicht mit einem schnellen Tipp beantworten lassen. Auf Strukturen, die nicht mehr tragen. Auf Prioritäten, die miteinander konkurrieren. Und auf Gespräche, in denen aus einer unübersichtlichen Situation wieder eine belastbare Richtung entsteht.

Dafür brauche ich nicht ständig neue Projekte.

Ich brauche Konzentration.

Auch Bestehendes kann der größere Hebel sein

Auf ulrichkern.de befinden sich derzeit 44 Blogbeiträge. Man könnte nun einfach weitere hinzufügen. Noch mehr Themen, noch mehr Veröffentlichungen, noch mehr Material.

Oder man kann sich fragen, was aus dem Bestehenden werden kann.

Viele dieser Beiträge lassen sich heute präziser formulieren, stärker miteinander verbinden und klarer in die Gedankenwelt der Klarheitsarchitektur™ einordnen. Sie können überarbeitet, strukturiert und gezielt für Suchmaschinen und neue Formen der Informationssuche aufbereitet werden.

Damit entsteht aus vorhandenen Texten ein zusammenhängender Wissensraum.

Nicht durch Masse. Sondern durch Ordnung.

Das ist für mich inzwischen der wesentlich größere Hebel als das nächste neue Format.

Denn auch hier gilt: Nicht die Anzahl der Aktivitäten entscheidet über ihre Wirkung. Entscheidend ist, ob sie in dieselbe Richtung arbeiten.

Prioritäten sind immer auch Verzicht

Das klingt zunächst selbstverständlich. In der Praxis ist es das selten. Denn jede Priorität bedeutet automatisch, dass etwas anderes weniger Aufmerksamkeit bekommt. Vielleicht wird ein Projekt beendet. Eine Idee nicht umgesetzt. Eine Plattform nicht mehr bedient.

Genau deshalb fällt es oft schwer, Prioritäten zu setzen. Wir wollen das Neue, ohne das Alte aufzugeben. Wir wollen Konzentration, ohne auf Möglichkeiten zu verzichten. Aber beides gleichzeitig funktioniert nicht.

Wer seine Energie auf fünf Richtungen verteilt, darf sich nicht wundern, wenn in keiner davon besonders viel Bewegung entsteht.

Das gilt im Unternehmen ebenso wie im eigenen Leben.

Was bleibt

Prioritäten entstehen nicht dadurch, dass wir eine Liste wichtiger Dinge schreiben. Sie entstehen durch Entscheidungen.

Was möchte ich weiterführen? Was hat seinen Zweck erfüllt? Was passt noch zu mir? Und was beansprucht lediglich Zeit, weil ich irgendwann einmal damit begonnen habe?

Manche Projekte verdienen Wachstum. Andere verdienen einen guten Abschluss. Und manchmal liegt der größte Fortschritt nicht darin, etwas Neues zu beginnen. Sondern darin, sich wieder auf das zu konzentrieren, was wirklich Bedeutung hat.

Weiterführende Gedanken:

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